{"id":31,"date":"2022-02-25T14:49:57","date_gmt":"2022-02-25T14:49:57","guid":{"rendered":"https:\/\/laubegast.net\/?page_id=31"},"modified":"2022-02-27T14:18:11","modified_gmt":"2022-02-27T14:18:11","slug":"neuberin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/laubegast.net\/?page_id=31","title":{"rendered":"Neuberin"},"content":{"rendered":"<div class=\"show\">\n<h1>Die Neuberin wird in Laubegast geehrt!<\/h1>\n<div class=\"lead\">\n<p>Caroline Friederike Neuber<br \/>\nSchauspielerin u. Prinzipalin<br \/>\ngeb. 08.03.1697 in Reichenbach\/Vogtl. (Sachsen)<br \/>\ngest. 29.11.1760 in Laubegast (Sachsen)<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"prod\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-97 alignright\" src=\"https:\/\/laubegast.net\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/neuberin1.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"286\" \/><\/p>\n<p align=\"justify\">Caroline Neuber wurde am 08.03.1697, um Mitternacht, in Reichenbach\/Vogtl. geboren. Ihr aus Zwickau stammender Vater, Daniel Wei\u00dfenborn, war amtierender Gerichtsdirektor in Reichenbach.<br \/>\nIhre Kindheit war alles andere als gl\u00fccklich, da sie sehr unter dem J\u00e4hzorn ihres Vaters zu leiden hatte. Eine Liebesaff\u00e4re mit einem Gehilfen des Vaters veranlasste sie zu einer ersten Flucht aus dem Elternhaus. Diese Beziehung ging aber in die Br\u00fcche, da dieser Herr Zorn schon verheiratet war. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter entfloh sie erneut der v\u00e4terlichen Tyrannei, diesmal mit ihrem sp\u00e4teren Mann Johann Neuber. Beide verband eine gro\u00dfe Liebe zum Theater und so schlossen sie sich in Wei\u00dfenfels der Spielbergischen Kom\u00f6dianten- bande an und ein Jahr sp\u00e4ter heirateten sie in Braunschweig.<br \/>\nCaroline fiel bei ihren Theaterkollegen besonders &#8222;durch die besondere Anmut und Nat\u00fcrlichkeit ihres Spieles, die Vielseitigkeit ihrer Darstellungskunst, ihr Temperament und ihre Schlagfertigkeit im Stegreifspiel&#8220; auf. Mit ihrem Mann gr\u00fcndete sie 1727 eine eigene Theatergruppe. Die Neuberin war f\u00fcr ihre Schauspieler ein gutes Beispiel durch ihr aufopferungsvolles Handeln. &#8222;Mit m\u00fctterlicher G\u00fcte und Strenge auf gute Zucht und ordentlichen Lebenswandel&#8220; wirkte sie auf die Mitglieder ein und verhalf damit dem Beruf des Schauspielers, dem man zuvor meist Verachtung entgegenbrachte, zu hohem Ansehen. Mit dem Erwerb des s\u00e4chsischen Auff\u00fchrungs-Privilegs kam die Neuberin nach Leipzig.<br \/>\nJohann Christoph Gottsched (1700-1766), Literaturprofessor der Leipziger Universit\u00e4t, entdeckte 1730 die junge, engagierte Frau. Gottscheds Ziel war die Schaffung einer einheitlichen deutschen Literatursprache und die Reform des Theaters nach dem Vorbild Frankreichs. Zahlreiche \u00dcbersetzungen von Gottsched und auch Arbeiten seiner Frau wurden mit Hilfe der Neuberin aufgef\u00fchrt. Ganz besonderes Engagement zeigte die Neuberin bei der gemeinsamen Theaterreform. Ihrer Meinung nach, sollte Theater nicht nur Unterhaltung sein, sondern auch der moralischen, geistigen Erziehung dienen. Sie setzte sich f\u00fcr den Bau fester Theaterh\u00e4user ein. Gro\u00dfes Aufsehen erregte die Neuberin, indem sie 1737 in einem selbstverfa\u00dften Vorspiel den Hanswurst von der Theaterb\u00fchne verbannte. Die l\u00e4cherliche Figur wurde &#8222;zum Tode verurteilt und anschlie\u00dfend als Puppe auf einem Scheiterhaufen im Freien demonstrativ verbrannt&#8220;.<br \/>\n1739 Entzweiung mit Gottsched, weil dessen &#8222;weltfremder und pedantischer Vernunftsdogmatismus&#8220; ihrem &#8222;praktischem Theaterinstinkt&#8220; entgegenstand. Der Druck der Konkurrenz und schlechte Einnahmen und nicht zuletzt Ger\u00fcchte und infame Schm\u00e4hschriften zwangen die entt\u00e4uschte Neuberin, die Theatergruppe 1743 aufzul\u00f6sen, da immense Schulden auf ihren Schultern lasteten.<br \/>\n1748 f\u00fchrte sie trotz allem Lessings erstes Werk &#8222;Der Junge Gelehrte&#8220; auf. Obwohl sie damit enormen Erfolg hatte, blieb ihr die Vertreibung aus Leipzig durch einen neuen Konkurrenten namens Koch nicht erspart. Bettelarm blieb ihr nichts anderes \u00fcbrig, als 1750 ihre Truppe in Zerbst f\u00fcr immer aufzul\u00f6sen. Ihr Wanderleben, das sie in weite Teile Deutschlands gef\u00fchrt hatte, fand ein trauriges Ende. Ihr letzter Auftritt in Wien wurde zum Fiasko. Der Ausbruch des Siebenj\u00e4hrigen Krieges 1756, machte weitere Auff\u00fchrungen unm\u00f6glich. Die Neuberin fand mit ihrem Ehemann beim k\u00f6niglichen Leibarzt Dr. L\u00f6ber in Dresden eine Bleibe, wo Johann Neuber 1759 starb. Sie selbst verstarb krank und in gr\u00f6\u00dfter Armut am Sonnabend, dem 29.11.1760, in Laubegast. Ihr Sarg wurde auf einem Schubkarren zum Friedhof in Leuben gefahren (Grabplatte). 1776 brachten Freunde in Laubegast am Sterbehaus eine Gedenktafel an und enth\u00fcllten das &#8222;Neuberin-Denkmal&#8220;.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"prod\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-96\" src=\"https:\/\/laubegast.net\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/neuberin.jpg\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"229\" \/><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Neuberin wird in Laubegast geehrt! Caroline Friederike Neuber Schauspielerin u. Prinzipalin geb. 08.03.1697 in Reichenbach\/Vogtl. (Sachsen) gest. 29.11.1760 in Laubegast (Sachsen) Caroline Neuber wurde am 08.03.1697, um Mitternacht, in Reichenbach\/Vogtl. geboren. Ihr aus Zwickau stammender Vater, Daniel Wei\u00dfenborn, war amtierender Gerichtsdirektor in Reichenbach. 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